Mit dem Finger und dem Auge

Jede mit dem Lesen im Zusammenhang stehende Tätigkeit ist im eigentlichen wie im übertragenen digital geworden. Ebenso wie die Maus und die Tastatur ist der Finger heute in Zeiten des digital-taktilen Lesens ein unentbehrliches Hilfsmittel. Wie verändert diese von der Technologie auferlegte Mediation unsere Verhaltensweisen und Gewohnheiten die Lesepraktik betreffend? Riskiert das progressive und geplante Verschwinden des gedruckten Objekts nach dem Vorbild anderer initiierender Medienwandel wie dem Buchdruck oder dem Fernsehen nicht die Produktion eines neuen kognitiven Ökosystems, welches bedeutende Veränderungen in unseren Arten zu Lesen bewirkt? Man kann sich Fragen über diese Lesepraktik als Geste, Unterhaltung und Kompetenz stellen und in Paranoia oder nostalgische Debatte verfallen. Und sich vor allem fragen, ob das digitale Lesen nicht ein Hilfsmittel ist, das aus der Management- und Konsumerismusaufmachung entsteht...